Die Situation auf dem europäischen Stahlmarkt bleibt vorläufig ungewiss; die Preiserhöhungen folgen rasch aufeinander. Während wir früher mit einiger Sicherheit ein halbes Jahr vorausplanen konnten, ändert sich die Lage heute monatlich oder sogar wöchentlich. Die starken Beziehungen und langfristigen Vereinbarungen mit unseren Lieferanten sind darum wichtiger denn je. Indem wir uns weiterhin an langfristigen Horizonten orientieren, können wir unsere Kunden auch in der Zukunft gut bedienen.

Wir freuen uns auf ein sehr interessantes Jahr 2022!

Aussichten 

Die Auftragsbücher der Automobilhersteller sind noch immer gut gefüllt, und letztlich wird in dieser Branche wieder viel Rohstahl benötigt, was erneut zu Lieferengpässen und Preiserhöhungen führen wird. Der Zeithorizont lässt sich jedoch kaum feststellen. Die Prognosen variieren vom zweiten Quartal 2022 bis Mitte 2023. Der Preis für warmgewalzte Coils, der sich zwischen November 2020 und Juli 2021 verdoppelte, wird im kommenden Quartal voraussichtlich stabil bleiben. Die hohen Kosten des Vormaterials und der Produktion (Energie, Gas) und die begrenzten Importe halten die Preise stabil.

Die teilweise Stabilisierung der Preise und der Lieferfähigkeit stimmen zwar optimistisch; die Aussichten sind jedoch nach wie vor ungewiss. Der Mangel an LKW-Fahrern wird voraussichtlich anhalten. Dadurch verzögern sich die Materialtransporte zu den Fabriken und die Produktlieferungen an unsere Kunden. Wenn die Nachfrage wieder anzieht, kann es bei den Lieferungen zu weiteren Verzögerungen kommen. Auch die politischen Entwicklungen spielen eine wichtige Rolle. Wenn die Vereinigten Staaten ihre Schutzmaßnahmen (Importbeschränkungen) abschafft, wird die Nachfrage nach europäischem Stahl erneut stark ansteigen. Die Exporte in die USA werden dann voraussichtlich ebenfalls zunehmen. 

Im letzten Quartal geriet die Automotive-Branche jedoch vor allem durch einen Mangel an Halbleiterchips in schwieriges Fahrwasser. Die ungewissen Lieferzeiten der Chips veranlassten die Automobilhersteller zur Stornierung ihrer Aufträge bei den Stahlwerken. Diese stornierten Bestellungen gelangen nun als frei verfügbare Vorräte auf den Markt, wodurch sich Angebot und Preise für warmgewalzte Coils wieder stabilisierten.

Allgemein ist es für die Fabriken jedoch noch immer schwierig, das benötigte Vormaterial zu beschaffen, wodurch die Produktion zurückgeht. Im vergangenen Quartal verstärkte sich die Abhängigkeit von der europäischen Produktion. China beendete die 13-Prozent-Subventionierung von Exporten aus chinesischen Stahlwerken. Die infolgedessen steigenden Preise von Material aus China in Kombination mit langen Lieferzeiten und einem exponentiellen Anstieg der Transportkosten bewirkten einen Rückgang der Importe und einen Anstieg der Nachfrage nach europäischem Stahl. Außer in der Automotive-Industrie, die mit einem (vorübergehenden) Nachfrageausfall konfrontiert wird, verursacht dies einen Preisanstieg in nahezu allen Branchen, etwa beim Edelstahl und Präzisionsmaterial.

Der große Mangel an LKW-Fahrern in Europa, die hohen Kraftstoffpreise und die enorm angestiegenen Energiekosten wirken sich allerdings dämpfend auf das Segment des geschweißten Kohlenstoffstahls aus. Bei vielen anderen Produkten führt dies jedoch zu weiteren Preiserhöhungen.

Geschäftsführer Deutschland und Österreich und Beschaffungsmanager für Europa

Andreas Schmidt 

Anfang des Jahres sorgte eine zunehmende Materialnachfrage in den Bereichen Tragwerksplanung, Maschinenbau und Automotive für Lieferengpässe und Preisanstiege bei warmgewalztem C-Stahl Coils (Basismaterial für geschweißte Rohre). Die Einschränkung der Importmöglichkeiten infolge der von der EU beschlossenen Importquoten taten ein Übriges.

Entwicklungen im Stahlmarkt 

Anfang des Jahres sorgte eine zunehmende Materialnachfrage in den Bereichen Tragwerksplanung, Maschinenbau und Automotive für Lieferengpässe und Preisanstiege bei warmgewalztem C-Stahl Coils (Basismaterial für geschweißte Rohre). Die Einschränkung der Importmöglichkeiten infolge der von der EU beschlossenen Importquoten taten ein Übriges.

Entwicklungen im Stahlmarkt 

Geschäftsführer Deutschland und Österreich und Beschaffungsmanager für Europa

Andreas Schmidt 
Aussichten 

Die Auftragsbücher der Automobilhersteller sind noch immer gut gefüllt, und letztlich wird in dieser Branche wieder viel Rohstahl benötigt, was erneut zu Lieferengpässen und Preiserhöhungen führen wird. Der Zeithorizont lässt sich jedoch kaum feststellen. Die Prognosen variieren vom zweiten Quartal 2022 bis Mitte 2023. Der Preis für warmgewalzte Coils, der sich zwischen November 2020 und Juli 2021 verdoppelte, wird im kommenden Quartal voraussichtlich stabil bleiben. Die hohen Kosten des Vormaterials und der Produktion (Energie, Gas) und die begrenzten Importe halten die Preise stabil.

Die teilweise Stabilisierung der Preise und der Lieferfähigkeit stimmen zwar optimistisch; die Aussichten sind jedoch nach wie vor ungewiss. Der Mangel an LKW-Fahrern wird voraussichtlich anhalten. Dadurch verzögern sich die Materialtransporte zu den Fabriken und die Produktlieferungen an unsere Kunden. Wenn die Nachfrage wieder anzieht, kann es bei den Lieferungen zu weiteren Verzögerungen kommen. Auch die politischen Entwicklungen spielen eine wichtige Rolle. Wenn die Vereinigten Staaten ihre Schutzmaßnahmen (Importbeschränkungen) abschafft, wird die Nachfrage nach europäischem Stahl erneut stark ansteigen. Die Exporte in die USA werden dann voraussichtlich ebenfalls zunehmen. 

Im letzten Quartal geriet die Automotive-Branche jedoch vor allem durch einen Mangel an Halbleiterchips in schwieriges Fahrwasser. Die ungewissen Lieferzeiten der Chips veranlassten die Automobilhersteller zur Stornierung ihrer Aufträge bei den Stahlwerken. Diese stornierten Bestellungen gelangen nun als frei verfügbare Vorräte auf den Markt, wodurch sich Angebot und Preise für warmgewalzte Coils wieder stabilisierten.

Allgemein ist es für die Fabriken jedoch noch immer schwierig, das benötigte Vormaterial zu beschaffen, wodurch die Produktion zurückgeht. Im vergangenen Quartal verstärkte sich die Abhängigkeit von der europäischen Produktion. China beendete die 13-Prozent-Subventionierung von Exporten aus chinesischen Stahlwerken. Die infolgedessen steigenden Preise von Material aus China in Kombination mit langen Lieferzeiten und einem exponentiellen Anstieg der Transportkosten bewirkten einen Rückgang der Importe und einen Anstieg der Nachfrage nach europäischem Stahl. Außer in der Automotive-Industrie, die mit einem (vorübergehenden) Nachfrageausfall konfrontiert wird, verursacht dies einen Preisanstieg in nahezu allen Branchen, etwa beim Edelstahl und Präzisionsmaterial.

Der große Mangel an LKW-Fahrern in Europa, die hohen Kraftstoffpreise und die enorm angestiegenen Energiekosten wirken sich allerdings dämpfend auf das Segment des geschweißten Kohlenstoffstahls aus. Bei vielen anderen Produkten führt dies jedoch zu weiteren Preiserhöhungen.

Die Situation auf dem europäischen Stahlmarkt bleibt vorläufig ungewiss; die Preiserhöhungen folgen rasch aufeinander. Während wir früher mit einiger Sicherheit ein halbes Jahr vorausplanen konnten, ändert sich die Lage heute monatlich oder sogar wöchentlich. Die starken Beziehungen und langfristigen Vereinbarungen mit unseren Lieferanten sind darum wichtiger denn je. Indem wir uns weiterhin an langfristigen Horizonten orientieren, können wir unsere Kunden auch in der Zukunft gut bedienen.

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